Kurze Anmerkungen zur Baugeschichte

Zu Beginn der 70er Jahre stieg die Schülerzahl der Hauptschule in Kelheim sprunghaft an und erreichte fast die 800er Marke. Ein Hauptproblem war damals die „Mehrhäusigkeit“. So befanden sich sechs Klassen in der alten Knabenschule in der Altstadt, drei Klassen in der Berufsschule und die restlichen 11 Klassen im Hauptschulgebäude, der heutigen Grundschule Nord. Nicht zuletzt aufgrund dieser „unhaltbaren Situation“ stellte die Stadt Kelheim mit einem Grundsatzbeschluss am 27. Januar 1970 die Weichen für den Neubau einer vierzügigen Hauptschule. Unter der Leitung des Architekturbüros Wörlen begannen am 11. September 1972 die Bauarbeiten durch die Firma ARGE Stanglmeier/Aukofer. Am 20. Juli 1973 konnte das Richtfest gefeiert werden. Es entstand ein Schulkomplex, bei dem zwei Baukörper mittels eines zweiläufigen Treppenhauses versetzt aneinander gefügt wurden. Dieser erhielt dann seine funktionale Mitte durch eine großzügige und vielfältig verwendbare Aula. Die künstlerische Ausgestaltung des Eingangsbereiches nahm der Kunstmaler Willi Ulfing aus Stefling vor. Im offenen Freizeitbereich, dem Form, schuf der Bildhauer Hans Wurmer aus Hausen ein gelungenes Brunnenensemble mit drei Kranichen. Am 17. September 1974 wurde der Schulbetrieb mit der Rekordschülerzahl von 796 Schülern aufgenommen.

Geschichte WMS Kelheim
Die Anfangsjahre (1975 – 1980)

Der Start an der neuen Hauptschule erfolgte im Schuljahr 1974/75 ohne große Schwierigkeiten. Der Schülerdurchschnitt lag bei den 22 Klassen bei 36 Schülern. Bald gewöhnten sich Schüler und Lehrer an das moderne Gebäude und gaben der doch recht nüchternen Betonarchitektur mit erstaunlicher Kreativität und ausgeprägten Kunstsinn eine freundliche Atmosphäre.
Rektor Erich Bobek und sein Stellvertreter, Konrektor Hans Proske bemühten sich mit den äußerst engagierten Lehrkräften um einen reibungslosen Schulbetrieb. Aus dem damaligen Kollegium sind heute noch die Lehrkräfte Hannelore Deibele, Günter Eckl und Georg Fischer an der Schule tätig. Am 15. Mai 1975 nahm Frau Sonja Domke als Schulsekretärin ihren Dienst an der Schule auf. Die neue Schulsekretärin Frau Sonja Domke arbeitete sich schnell in die nicht immer leichte Schulpraxis ein und bereicherte fortan durch ihre herzliche und hilfsbereite Art den Schulalltag.

In den Achtzigerjahren
Geschichte WMS Kelheim

Mit Beginn des Schuljahres 1980/81 trat Ottmar Gantz als Rektor die Nachfolge des in den Ruhestand versetzten Erich Bobek an. Seit Beginn der Achtzigerjahre nahm die Zahl ausländischer Schüler und dabei insbesondere der türkischen Schüler an der Hauptschule Kelheim kontinuierlich zu. Bei der Beschulung der Schüler mit „nichtdeutscher Muttersprache“ ging es zwar in erster Linie um einen raschen Spracherwerb im Deutschen, aber gleitzeitig sollten auch die türkischen Kinder ihrer Sprache und ihrer Kultur nicht entfremdet werden.

Geschichte WMS Kelheim

Mit dem Ablauf des Schuljahres 1986/87 trat Rektor Ottmar Gantz in den Ruhestand. Am letzten Tag der Sommerferien, dem 14. September 1987, überreichte Schulamtsdirektor Heinrich Feßmann im Rahmen der 1. Dienstkonferenz dem bisherigen Konrektor Herbert Finger die Ernennungsurkunde zum Rektor.

Die Zeit zwischen 1989 und 1999

Das Jahr 1989, welches politisch gesehen, den Fall der Mauer in Berlin, die Öffnung der innerdeutschen Grenzen und letztlich die Wiedervereinigung Deutschlands brachte, ließ Schüler und Lehrer – wenn auch via Fernseher – aktuelle Zeitgeschichte hautnah miterleben. Voller Begeisterung und ganz spontan bauten die Schüler der Klasse 9 b mit ihrer Klassenlehrerin Waltraut Werni das Brandenburger Tor und die „durchlöcherte Mauer“ in Styropor in der Aula nach. Das Interesse der Schüler an der Wiedervereinigung war damals sehr groß. Nicht zuletzt auch aus diesem Grunde kam es zu einer Schulpartnerschaft mit der Regelschule Schleiz in Thüringen. Schüleraustausch, gegenseitige Besuche der Lehrerkollegien an den jeweiligen Schulen sowie gemeinsame Unterrichtsprojekte, bei denen schwerpunktmäßig die soziale und wirtschaftliche Entwicklung beider Städte im Mittelpunkt standen, brachten damals Schüler und Lehrer aus Ost und West ein Stück näher. Auch auf sportlichem Gebiet tat sich die Hauptschule Kelheim immer wieder hervor. Insbesondere waren es die Ringer, die landesweit aufhorchen ließen. Beim Landesfinale der Volks- und Realschulen wurden sie am 12.4.1991 Bayerischer Meister. Seither belegte die Ringermannschaft auf Landesebene stets Spitzenplätze. Aber auch die Mädchen bewiesen Jahr für Jahr im Geräteturnen ihr Können. So belegten sie durchwegs erste und zweite Plätze auf Kreisebene. Zum Ende des Schuljahres 1990/91 trat Rektor Herbert Finger in den Ruhestand. Mit ihm verlor die Hauptschule einen Schulleiter, der sich „mit Leib und Seele“ für die Schule eingesetzt hatte. AlsKonrektor Erich Hafner zum Schuljahr 1991/92 die Aufgaben des Schulleiters übernahm, ahnte er noch nicht, dass er zweieinhalb Jahre als stellvertretender Schulleiter die Schule führen sollte, bis eram 1. Februar 1994 zum Rektor der Hauptschule Kelheim ernannt wurde. Zum 1. August 1995 wurde dann erst die verwaiste Stelle des Konrektors durch Lehrer Willy Baumgartnerbesetzt.

Die Zeit zwischen 2000 und 2007
Geschichte WMS Kelheim

Seit dem Aufbau der Hauptschule in Bayern wurde die Forderung nach einem freiwilligen 10. Schuljahr, welches einen mittleren Schulabschluss ermöglichen sollte, immer wieder von den verschiedenen Seiten erhoben. Doch erst mit der Einführung des so genannten „M-Zuges“ im Schuljahr 1999/2000 ging dies in Erfüllung. Mit diesem „M-Zug“, der in den kommenden Jahren schrittweise von der 7. bis zur 10. Jahrgangsstufe ausgebaut wurde, erhielt die Kelheimer Hauptschule eine tragfähige Zukunft.

Seit dem Jahr 2000 hat unsere Hauptschule auch einen eigenen Namen. Mit Hilfe eines demokratischen Auswahlverfahrens, bei dem Schüler, Elternbeirat und Lehrer gleichermaßen wahlberechtigt waren, setzt sich mit großer Mehrheit der Name „Wittelsbacher Hauptschule Kelheim“ durch. Nachdem der Stadtrat der Stadt Kelheim und Herzog Franz von Bayern als Nachfahre der Dynastie Wittelsbach sein Einverständnis gegeben hatten, genehmigte dann am 1. Februar 2000 die Regierung von Niederbayern diesen Namen. Mit diesem Namen will unsere Schule nicht nur an die große Bedeutung und Verdienste des bayerischen Herrschergeschlechtes der Wittelsbacher erinnern, die Bayern von 1180 bis 1918 regiert und dabei Kelheim zu Stadt ausgebaut haben, sondern auch dem Geschichts- und Heimatbezug, den Kelheim als Wittelsbacherstadt im reichen Maße bietet, mehr Raum im Unterricht verschaffen.

Nachdem der Konrektor Herr Willy Baumgartner zum Rektor an der HS Saal befördert wurde, übernahm die äußerst engagierte Lehrerin Frau Waltraut Werni das Amt der Konrektorin an der Schule.

 

Seit 2003

Seit 2003 hat die Wittelsbacher Hauptschule neben dem M-Zug auch eine Praxisklasse, in der lernschwache Schüler gezielt auf die Berufspraxis vorbereitet werden. Dies ist eine wertvolle Einrichtung für die Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt.

Nach 16 Jahren Schulleitung verließ zum Schuljahresende 2006/2007 Rektor Erich Hafner die Schule und ging in den Ruhestand.

Ab 1. August 2007 übernahm der Rektor der HS Saal Herr Willy Baumgartner die Schulleitung der Wittelsbacher Hauptschule Kelheim. Im Rahmen der Hauptschulinitiative galt es, die Schule fit für die Zukunft zu machen. Im Vordergrund stand die Einführung einer Ganztagsklasse im Schuljahr 2009/10. Die Schüler der Abschlussklasse 9 durften erstmalig zwischen halbtägigem und ganztägigem Schulbesuch entscheiden. Knapp die Hälfte entschied sich freiwillig für die Ganztagsklasse mit dem Anspruch, in verstärkter Weise auf die Abschlussprüfungen und auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet zu werden. Die Ganztagsschüler werden in zusätzlichen 12 Lehrerstunden vor allem in den Kernfächern intensiv gefördert und in zusätzlicher Lernzeit von Lehrkräften oder Sozialpägoginnen betreut. Als Partner für die Betreuung in der Lernzeit, in der Mittagspause und in der Freizeit konnte die AWO Kelheim gewonnen werden. Den Part der "Vertieften beruflichen Orientierung" übernahm die Landkreis-VHS, finanziert in erster Linie aus Mitteln der Arbeitsagentur Regensburg sowie der Regierung von Niederbayern.
Baulich gesehen mussten 2 Klassenzimmer durch komplette Neumöblierung sowie zeitgemäße Computerausstattung mit Internetzugang "ganztagstauglich" gemacht werden. Der Sachaufwandsträger richtete zusätzlich einen mehrfunktionalen Raum ein, den den Ganztagsschülern zum Arbeiten, aber auch zum Spielen oder ganz einfach zum Entspannen dient. Hierfür wurde er mit Spielgeräten wie z. B. einem Billardtisch, einer Leseecke sowie einer kleinen Küche ausgestattet.
Die Schüler der Ganztagsklasse nehmen ihr Mittagessen in der Schule ein. Durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Kelheim kann ein vollwertiges, ernährungsphysiologisch ausgewogenes, warmes Essen zu einem kostengünstigen Preis angeboten werden.
Im Schuljahr 2010/11 wurde der Ganztagszug mit einer Ganztagsklasse der Jahrgangsstufe 8 ausgeweitet.  In den nächsten drei weiteren Jahren soll somit sukzessive ein durchgägngiges Ganztagsangebot von der 5. bis zur 9. Klasse entstehen.

Mit der Etablierung eines Ganztagszugs hat die Wittelsbacher Hauptschule neben verstärkter beruflicher Orientierung, des Angebots eines Abschlusses der Mittleren Reife und der gezielten, lernmodulorientierten Förderung vor allem in den 5. und 6. Klassen die Voraussetzungen für die Mittelschule erfüllt. Mit Wirkung zum 1. August 2010 erhielt die Wittelsbacher Hauptschule durch die Regierung von Niederbayern die Bezeichnung Wittelsbacher Mittelschule verliehen. Zum Ende des Schuljahres 2015/16 ging Rektor Willy Baumgartner nach 9 Jahren an der Wittelsbacher Mittelschule in den verdienten Ruhestand. Ab dem Schuljahr 2016/17 übernahm Herr Tobias Oettl, zuvor Konrektor der GMS Riedenburg, die Schulleitung.